Anahata Chakra – Herzchakra

18.12.2017

Statt wie geplant die Reihe der Chakren von unten nach oben chronologisch zu behandeln, habe ich mich entschlossen, anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes, das Anahata Chakra – das Herzchakra, zu beschreiben. In der christlichen Tradition ist Weihnachten das Fest der Liebe, also gehört dazu das Chakra, das mit diesem Thema verbunden ist.
Wie immer habe ich sehr viel aus Gurudev Shree Chitrabhanu’s Buch mit seiner Genehmigung übersetzt und zusammengefasst.

Definition

Anāhata bedeutet das was immer neu ist; das was immer widerhallt, ohne zu streiken; das was selbst erhaltend ist. So wie das Herz im physischen Körper immer schlägt, sich selbst erhält und erneuert wird, so ist wirkliche Liebe erhalten und erneuert uns, ohne äußere Anregung. Sie fließt immer.

Liebe

Im vierten Zentrum erfahren wir Liebe. Die Liebe ist ein wunderschönes, göttliches Element des Universums, das Menschen zusammen bringt und Kommunikation ermöglicht. Wenn wir anfangen wirkliche Liebe zu empfinden, werden wir entdecken, dass die Welt ein wunderbarer Ort zum Leben ist. Wir werden für alle unabhängig von Hautfarbe, Religion …, Liebe empfinden. Unser Leben ist so kurz, warum sollen wir es mit Vorurteilen, Ansprüchen und Kritik verderben?

Liebe und Kritik

Eigentlich wissen wir, dass wir niemanden mit Kritik und Bedingungen ändern können. Stattdessen macht es Sinn jeden so zu akzeptieren, wie er ist. Genauso hoffen wir, so akzeptiert zu werden, wie wir sind.

Wenn wir jemanden ändern wollen, werden wir von demjenigen nur Ablehnung erfahren. Auch wir möchten unseren Weg gehen und nicht von anderen bestimmt werde. So müssen wir zulassen, dass der andere seinen eigenen Weg findet und aus seiner eigenen Erfahrung lernt.

Liebe und Raum

Liebe ist annehmen und anerkennen. Wir geben den Menschen um uns Raum, denken selbst nach und lernen. Wir müssen vorsichtig sein, um nicht unseren Partner oder unsere Freunde mit bedingter Liebe zu ersticken. Die bedingte Liebe erstickt. Wachstum und die Beziehung stagnieren dann.

Liebe und Atem

Denken wir an unseren Atem. Wir können nicht ohne ihn leben, aber wenn wir ihn anhalten sterben wir. Liebe ist unser spiritueller Atem. Wenn wir einatmen und ausatmen, atmen wir nicht nur Luft ein und aus, sondern den Atem der Liebe des Universums.

Symbol

Das Symbol für das Anahata Chakra ist ein perfekter Kreis, ein kleiner Lichtpunkt, der sich immer weiter ausdehnt.

Farbe

Die Farbe ist in der Jaintradition blau, himmelblau, transparent.

Mantra

Das Mantra ist „So – hum“ (gesprochen ham). Beim einatmen denken wir „So“, beim ausatmend „hum“.

„So“ bedeutet „das“ und „hum“ heißt „Ich bin“. Mit „Das“ ist unser höheres Selbst gemeint. Es ist das, was wunderschön und perfekt ist, die reine Seele in uns. Wenn wir erkennen, dass diese schöne und perfekte Seele, die wir in anderen bewundern, auch in uns ist, werden wir selbst zufriedener. Wenn wir uns selbst akzeptieren, können wir auch andere so akzeptieren, wie sie sind. Wenn wir in uns Perfektion erfahren, dann nennen wir diese Erfahrung Gott. Aber um dies zu erfahren, müssen wir uns ausdehnen und die Qualität unserer Liebe verfeinern.

Meditation

Beginnen Sie die Meditation, indem Sie sich auf den Atem konzentrieren. Spüren Sie wie der Atem einströmt und ausströmt, wie der Bauch sich hebt beim Einatmen und senkt beim Ausatmen.

Denken Sie dann das Mantra „So – hum“ beim Atmen. „So“ beim einatmen, „hum“ beim Ausatmen. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie die Liebe des Universums zu Ihrem Herzen hin einatmen. Sie können etwas von dieser Liebe für sich nehmen. Gleichzeitig geben Sie etwas von Ihrer eigenen Herzensliebe in Ihren Ausatem und geben diese ins Universum ab. So sind Sie über den Atem mit dem Universum verbunden.

Liegt Ihnen mehr die visuelle Vorstellung, so können Sie sich einen kleinen blauen Lichtpunkt in Ihrem Herzen vorstellen und diesen immer mehr vergrößern, bis er Sie, die Menschen um Ihnen und dann das ganze Universum umfasst. Liebe ist ausdehnend.

Die Meditation auf das Herzchakra wird helfen, dass Sie sich selbst lieben und das ganze Leben als Liebe erfahren. Es wird Ihnen dann möglich sein jeden Morgen mit dem Gefühl aufzuwachen: „Ich bin glücklich, einfach weil ich mich selbst liebe und weil ich am Leben bin.“

Dies ist der Beginne des spirituellen Weges, denn die Liebe ist das Fundament von allen spirituellen Lehren.

Zusammenfassung

Das Herzzentrum liegt im Bereich des Herzens. Es wird mit der Thymusdrüse in Zusammenhang Verbindung gebracht. Es steht in Beziehung zu dem Herzen, dem Blut und dem Kreislaufsystem.

Seine Eigenschaft ist bedingungslose Liebe, Fürsorge und Mitgefühl.

Die Farbe zur Meditation ist himmelblau, das Symbol ist ein Kreis und das Mantra „So-hum“.

„So-hum“ – Ich bin die Liebe. Wir können Liebe nicht durch Äußeres kultivieren. Sie fließt aus unserem Herzen, so wie Quellwasser einer Quelle entspringt. Wir müssen den Stein, der die Quelle blockiert wegnehmen, dann wird sie ständig und frisch sprudeln. „So-hum“ – Ich bin die Wahrheit, denn die Wahrheit ist nichts von außen geborgtes.

Diesem Chakra wird die Luft zugeordnet und der Tastsinn.
Es ist das Chakra, das in der Mitte liegt. Wir haben 3 darunter und 3 darüber. Es ist sehr gut dort mit der Meditation zu beginnen und auch immer wieder dorthin zu kehren.

Zum Weiterlesen

Gurudev Shree Chitrabhanu, Meditations On The Seven Energy Centers.
Da es als Buch kaum zu bekommen ist, hier der Link zur Online Version: