Gedanken zur Religion

10.02.2020

Hier geht es um einige Anregungen sich selbst Gedanken über Religion zu machen. Hierbei geht es nicht um die Religion im institutionellen Sinne, also die Kirche, sondern um den eigenen Glauben, wo auch immer er angesiedelt ist.

Warum brauchen wir eine Religion?

Solange der Mensch denken kann, ist er auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Diese Suche ist Thema sowohl der Religionen, als auch der Philosophie.

Um sich mit dieser Frage beschäftigen zu können müssen die Grundbedürfnisse, wie Essen, Kleidung, Wohnen erfüllt sein. Erst dann haben wir Zeit uns mit spirituellen Fragen zu beschäftigen.

In unserer immer hecktischer werdenden Zeit, sind wir auf der Suche nach einem langsamen, ruhenden Pol in unserem Leben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gemeinschaft, die sich in religiösen Gruppen bildet. Sei es die christliche Kirche oder andere religiöse Gemeinschaften.

Was macht eine Weltreligion zur Weltreligion?

Eine Weltreligion ist breit angelegt. Wir können uns eine große Torte mit verschiedenen Füllungen vorstellen. Jeder sucht sich das Stück aus, das ihm besonders zusagt. Ebenso sucht sich jeder in einer Religion das, was ihn besonders anspricht. Die einen philosophieren lieber, die anderen brauchen Rituale, der nächste die Kontemplation… So kann jeder seine eigene Religiosität verwirklichen.

Weltreligionen haben meist ein missionarisches Ziel, d.h. sie bieten die Möglichkeit zu konvertieren.

Sie sind anpassungsfähig an die im Land jeweils vorherrschenden Gebräuche. So hat z.B. das Christentum in Europa viele keltische Bräuche übernommen bzw. in die eigen Feste einbezogen. Ostern – Beltane, Weihnachten – Wintersonnenwende.

Unterschied westliche – östliche Religion

Grundsätzliche Unterschiede der östliche und westliche Religionen
Im Christentum und Judentum, als westliche Religionen, ist Glauben wichtiger, als die Erfahrung. Selbst heute noch werden katholischen Patern, die Erfahrung lehren ein Redeverbot erteilt (z.B. Pater Jäggis), früher landeten sie auf dem Scheiterhaufen.

In östlichen Religionen ist die eigene Erfahrung das Wesentliche.

Der Islam steht zwischen diesen beiden Polen. In großen Teilen ist er auch auf den Glauben ausgerichtet, aber er hat auch die Sufis, für die die eigene Erfahrung wichtig ist.

Warum sind östliche Religionen so attraktiv?

Wir wachsen heute mit dem Anspruch alles zu hinterfragen und zu prüfen auf. Damit wird es für uns schwer blind zu glauben und wir möchten Erfahrungen machen.

Wir hinterfragen unsere Tradition.

Manchmal ist es einfacher etwas Neues zu erlernen und unbelastet von Kindheitserinnerungen einen neuen Glauben zu finden. Dann können wir leichter das Kuchenstück suchen, das für uns im Moment passend ist.

Die Welt ist klein geworden, wir können leicht in andere Länder reisen. Dort erfahren wir andere Formen gelebter Religiosität. Ich kann es nur von Indien sagen, die Religiosität ist dort überall zu finden. Oft sind Heiligenbilder an Bäumen, Tempel der verschiedenen Religionen sind an jeder Ecke zu finden.
Nicht zu unterschätzen die Tatsache, dass es modern ist, sich den östlichen Religionen zuzuwenden