Muladhara – das Wurzelchakra

13.11.2017

Nachdem ich im letzen Blog einen Überblick über die Chakren gegeben habe, möchte ich heute das erste Chakra beschreiben. Am Ende gebe ich eine kleine Anleitung zur Meditation auf das Muladhara Chakra.

Definition

Sprachlich setzt sich das Sanskritwort Muladhara folgendermaßen zusammen:

Mula heißt die Wurzel.

Andhara ist der Träger, die Stütze.

Deshalb auch die deutsche Übersetzung als Wurzelchakra.

Elemente

Der Körper ist aus vier Elementen gemacht: Erde, Wasser, Feuer, Luft. Es gibt keinen Organismus in dem wir nicht diese vier Elemente finden. Jedes dieser Elemente hat ein korrespondierendes Element in dem Universum. Das Erdelement im Körper schwingt mit dem Erdelement im ganzen Universum. Der Körper ist der Mikrokosmos, das Universum ist der Makrokosmos. Es gibt eine tiefe innere Beziehung zwischen dem Mikrokosmos und dem Makrokosmos. Wir sind in der Lage Harmonie zwischen den beiden herzustellen. Harmonie bedeutet Balance und Gesundheit. Können wir Harmonie herstellen genießen wir die Gesundheit des Körpers und des Geistes.

Erdelement

Das Erdelement ist die Erde, der Grund, das Fundament auf dem wir sitzen, gehen und wachsen. Wenn wir im Menschen das dazu korrespondierende Fundament suchen, finden wir einem Punkt am Ende unserer Wirbelsäule, dort wo wir sitzen – das Muladhara Chakra.

Das Fundament

Ein Fundament ist für ein Haus notwendig, damit es sicher steht und nicht weggeblasen oder weggeschwemmt werden kann. So ist das Muladhara Chakra der Sitz für unser Gefühl der Sicherheit und für unser Selbstvertrauen.

Unsicherheit führt zu dem Wunsch zu Horten und zu Verstecken. Im menschlichen Dasein zeigt sich dies im Anhäufen von materiellen Gütern. Selbst sehr reiche Menschen haben oft immer noch das Gefühl der Unsicherheit und Armut und wollen immer mehr horten. Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass uns der Besitz aus verschiedenen Gründen verlässt, aber ganz sicher ist, dass wir eines Tages unseren Besitz verlassen müssen, egal wie viel wir haben.

In Wirklichkeit binden wir mit dem Horten unsere Energie in der Angst vor der Zukunft. Ganze Industriezweige leben von dem Sicherheitsbedürfnis, z.B. Versicherungen.

Vergleichen wir uns ständig mit anderen Menschen und dem was sie haben, erhöhen wir unsere Unsicherheit. Diese hält uns davon ab, das zu genießen, was wir haben. Diese Vergleiche sind wie eine Sucht und führen zu immer größeren Bedürfnissen.

So pflegen wir unsere Gefühle der Unsicherheit, wenn wir uns ständig mit den Augen anderer beurteilen. Wir werden erst Frieden finden, wenn wir uns nicht mehr sorgen, was andere über uns denken. Dann sind wir bei uns angekommen. Wenn andere es zu ihrem Glück brauchen schlecht von uns zu denken, sollten wir sie damit glücklich werden lassen.

Dazugehörige Drüse, Sinnesorgan

Das Muladhara Chakra nährt die Wirbelsäule und die Nieren. Es hängt mit den Drüsen der Nebennieren zusammen, der Adrenalinausschüttung. Seine Funktion ist Sicherheit und der Lebenswille. Es steht im positiven Sinne für die Lebenskraft und im Negativen für ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis.

Das dazugehörige Sinnesorgan ist der Geruchssinn. Er wird feiner, wenn wir auf das Muladhara Chakra meditieren.

Praxis

Symbol

Das Symbol für das Muladhara Chakra ist ein Rechteck, oder ein Rad mit vier Speichen. Es Symbolisiert die vier Himmelsrichtungen.

Farbe

In der Jain-Tradition ist die Farbe Gelb.

Die Farbe Gelb verbindet uns symbolisch mit dem Höheren Selbst, das in uns beständig ist. Gelb ist die Farbe des Goldes, ein wertvolles Metall der Erde, das sogar im Feuer bestehen bleibt. Ähnlich, werden diejenigen, die auf das Wurzelchakra meditieren nicht mehr länger auf die äußere Sicherheit angewiesen sein. Wir fühlen uns mit etwas in uns verbunden, das wirklich und unsterblich ist. Das innere Selbst kann nicht zerstört werden, unter keinen Umständen. Wenn wir dies erfahren haben sind wir sicher.

Mantra

Shivam shanti, zu Deutsch Segen und Frieden ist das dazugehörige Mantra.

Meditation

Wenn wir uns zum Meditieren hinsetzten nehmen wir erst einmal Kontakt zu dem Boden auf, konzentrieren wir uns darauf, wie wir auf dem Boden sitzen. So kommen wir in Verbindung mit dem Erdelement, über das wir Erdelement mit dem Universum verbunden sind.

Zur Meditation sollten wir immer gerade sitzen, dann kann die Energie ungehindert fließen. Lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf das Ende der Wirbelsäule. Visualisieren wir, dass wir auf einem Rechteck sitzen, in dessen Mitte ein gelber Lotus blüht. Wir können uns auch vorstellen, dass das Rechteck gelb ist. Das Symbol des Rechtecks ist wichtig, da uns die vier Ecken mit den vier Himmelsrichtungen des Kosmos verbinden. Als Alternative können wir uns auch vorstellen auf einem gelben Rad mit vier Speichen zu sitzen.

Stellen wir uns vor, wir sind in alle Richtungen mit dem Universum verbunden. Sagen leise für uns oder denken wir das Mantra shivam shānti – Segen und Frieden. Seien wir eins mit dem Segen und dem Frieden. Es gibt keine Angst, keine Unsicherheit. Wenn Bilder, Erinnerungen oder Gefühle kommen, lasst sie vor eurem inneren Auge vorbei ziehen.
Spüren wir die Energie die durch die Meditation in uns fließt. Spüren wir die Verbindung zu dem Erdelement in diesem Zentrum, zu dem Zentrum unserer Sicherheit.

Die Meditation auf das erste Zentrum wird uns helfen entspannt und ruhig zu werden.

Ich möchte an dieser Stelle Gurudev Shree Chitrabhanu danken, der sein umfangreiches, tiefes mit Erfahrung gefülltes Wissen mir in so vielen Jahren immer nahe gebracht hat und dessen Buch mir die Grundlage für diese Blogs über die Chakren gibt.

Zum Weiterlesen

Gurudev Shree Chitrabhanu, Meditations On The Seven Energy Centers.
Da es als Buch kaum zu bekommen ist, hier der Link zur Online Version: